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Rothschönberg

Kurze Geschichte von Schloss Rothschönberg

 

Der „Hof Schönberg“ wird urkundlich zuerst 1392 erwähnt. Die Benennung Rothschönberg oder Roth-Schönberg wird erst seit 1838 die amtliche Bezeichnung.

 

"Das Schloss gilt als einer der ältesten sächsischen Herrensitze; es reicht mit seinen frühesten erhaltenen Bauteilen in das 15.Jh.zurück. Der 1254 gen.Tuto oder auch Dietrich von Schönberg ist ein erster Zeuge für den Ort, welcher der Stammsitz des Geschlechts derer von Schönberg war und dessen Angehörige in kursächsischen und auswärtigen Staatsdiensten und zu hohen geistlichen Würden aufgestiegen sind. 1290 sind die Ritter von Schönberg dauerhaft ansässig. Das Rittergut beherrschte das soziale Gefüge des Dorfes, in dem das Bauerntum weitgehend verdrängt war.“ (Kh. Blaschke)
Die Geschichte des Schlosses hängt bis 1945 eng mit der Schönbergischen Familiengeschichte zusammen.
Der bauliche Erhalt des Schlosses bis 1990 ist nach dem Abzug der Roten Armee 1946 der Einweisung von Flüchtlingen zu verdanken, sodass ein vorgesehener Abriss nicht mehr möglich war.

 

Baugeschichte
Als unregelmäßige Vierseitenanlage mit Bauteilen der Spätgotik und der Renaissance bildet das Schloss in Verbindung mit dem vorgelagerten Garten, (frühere Zwingeranlage und Vorburg), der Lindenalle mit Pavillon (1789) und dem Park eine sehr reizvolle Anlage, die erhalten, restauriert und weitere Nutzer haben sollte. Eine Nutzungskonzeption vom Autor ist vorhanden für Wohnungen, geeignetes Gewerbe, Konzerte und Ausstellungen. Konzerte in der Schlosskapelle oder im Hof haben ihren ganz eigenen Reiz. Das einstige Herrenzimmer und das Speisezimmer sind nach ihrer Nutzung als Konsum von 1954-1993 wieder in einen würdigen Zustand versetzt worden. Das Herrenzimmer ist mit einer Dauerausstellung zu den Themen Schlossgeschichte, Triebischtal und Rothschönberger Stolln ausgestaltet worden.

  • Älteste Teile: Südostbau mit Bastion aus dem 15.Jh. mit Umbauten im 16.Jh.;
  • Schlosskapelle: spätgotisch, Ende des 15.Jh./Anfang16.Jh., zunächst freistehend;
  • Südflügel mit Zufahrt : 1651-59 lt. Rollwerk neben dem Tor unter Kaspar Dietrich von Schönberg;
  • Westflügel : 1738; Nordflügel mit Wendelstein: 1744; beide unter Hans Dietrich von Schönberg;
  • Pavillon: 1789 erbaut, 1980 abgebrochen und 1998 nach Aufmaß wieder errichtet

 

Wirtschaftskomplex
Der einst untrennbar mit dem Schloss verbundene vorgelagerte Wirtschaftshof hat sich nach 1945 durch Brände und Abbrüche in seiner Einheitlichkeit so verändert, dass die frühere Struktur kaum nochr erkennbar ist.

 

Innenbereiche
Die spätgotische Schlosskapelle stand zuerst für sich und war im Keller und Obergeschoss einst fortifikatorisch ausgestattet. Die spätgotischen Kreuzrippengewölbe weisen auf die genannte Bauzeit hin. Zeitweilig war die Kapelle Wirtschaftsraum (1830-1870). Infolge der Konvertierung der Schlossherrschaft um 1870 musste die Kapelle wieder geweiht und genutzt werden. Die neue Ausstattung mit Altar und Antependium (neogotisch) stammen von 1870, ebenso die Schlusssteine mit den Wappen derer von Schönberg und Schönborn. Seit 1870 bis heute wird sie als Katholische Kapelle genutzt, zeitweise mit einem eigenen Kaplan. Der einstige Speiseraum und das Turmzimmer mit Kreuzgewölben weisen auf die o.g. Bauzeit hin. Die sonstigen Räume des Schlosses sind relativ wenig seit 1945 verändert worden. Bis 1990 befanden sich hier noch 14 Wohnungen. Im 1.Obergeschoss ist die Raumaufteilung im Gemeindeteil fast erhalten geblieben, ebenso im Südostflügel. Interieur, Ahnengalerie und die Bibliothek sind nach 1945 zerstört worden oder abhanden gekommen; Bemalungen der Decken und Wände sind nicht erhalten, historische Details wie Parkett, Kapitelle, Türen und Deckenstuck sind vereinzelt vorhanden. Nur vom früheren herrschaftlichen Wohnbereich existieren Fotos. Die Funktionen der übrigen Bereiche wurden von der Tochter des letzten Besitzers, Frau Marili Müller, geb von Schönberg-Rothschönberg benannnt. Unter dem Nordostflügel befinden sich die umfangreichen Wirtschafts- und Kelleranlagen, in denen sich u.a. bis Anfang des 19.Jh.auch die Schlossbrauerei befand. Unter der Bastion befindet sich eine große Zisterne (früher Verlies?) und der einstige Gefängnisraum sowie daneben die Schlossküche (zuerst als Schwarzküche gebaut). Ein Rückbau muss in bestimmten Bereichen erfolgen (asphaltierter Innenhof, Dachdeckung, Fenster, Putzart, u.a.) , wenn eine authentische Anlage entstehen soll.

 

Schlosspark
Der Schlosspark bildet einen wesentlichen Teil der Schlossanlage Rothschönberg.
(angelegt unter Burkhard v. Schönberg 1631). Auch hier wird eine Aufwertung angestrebt. Im Herbst 2005 erfolgte eine fachgerechte Auslichtung,, um Wildwuchs zu beseitigen und alte Blickbeziehungen wieder herzustellen. Der wertvolle Gehölzbestand ist weiter zu schützen u. nachzupflanzen, Wege und ev. der Teich könnte wieder angelegt werden. Der Pavillon wurde 1998 nach Aufmaßzeichnungen wieder hergestellt und kann für Feiern gemietet werden.

Wirtschaftskomplex
Vom einst vorgelagerten Wirtschaftshof ist in Folge von Bränden und Abbrüchen die frühere Struktur nicht mehr erkennbar. Das frühere Pächterhaus wird als Wohnhaus genutzt und der Rest des Ochsenstall durch einen Betrieb.

 

Ausblick
Die einheimischen und regionale Bevölkerung hat eine gute Beziehung zur Schlossanlage. Der Heimatverein hat einen Teil des Nordostflügels gemietet. Es gibt freiwillige Arbeitseinsätze und durch die Gestaltung von Festen, Konzerten und Schlossführungen erfolgen Belebungen der sonst stillen Anlage. Derzeit wird die 1.Wünschelrutenausstellung hier gezeigt. Schloss Rothschönberg ist eine interessante Sehenswürdigkeit im Triebischtal, unweit der Mundlöcher des gleichnamigen Stollns. Die Schönberg´sche Familienstiftung hat auf Bitten des Autors die Sanierung des romanischen Taufsteins im Schlosshof übernommen, so wie sie bereits an der Restaurierung des bedeutenden Altars der Dorfkirche beteiligt war. Durch die Gemeinde Triebischtal wird derzeit der Erhalt der Liegenschaft gewährleistet, sodass der Zustand befriedigend ist. Die ständigen Kosten der Anlage zwingen die Gemeinde jedoch dazu, an einen Verkauf zu denken.

Dipl.Ing.Gert Rehn, Architekt; 14.08.2006

 

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