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Georg Friedrich von Schönberg

 

Georg Friedrich von Schönberg wurde am 27. November 1586 in Mittelfrohna als Sohn des Georg II. von Schönberg geboren. Seine ihm bekannten Geschwister waren: Elisabeth (+ 1614), Antonius (* 10. Februar 1588) und Lucretia (getauft am 13. Mai 1596 in der Kirche Mittelfrohna).
Sein Vater besaß in der Zeit von 1588-1614 das Rittergut Mittelfrohna.
Der lernbegierige Georg Friedrich wurde durch tüchtige Hauslehrer ausgebildet, besuchte später den Hochstift Naumburg und erlangte dort am 3. Juli 1611 eine niedere Pfründe, d.h. ein einträgliches Amt. Auf Anraten von kurfürstlichen Räten wurde ihm die Berghauptmannschaft in Freiberg angeboten. Auf Drängen seiner Verwandten und Gönner nahm er dies auch an, da viele seiner Ahnen sich im Bergwesen bereits große Verdienste erworben hatten. 1618 wurde er in sein Amt eingewiesen und übernahm auch die damit verbundene Leitung der Amtshauptmannschaft von Wolkenstein mit Lauterstein und Rauenstein.
Nach dem Tode des Vaters am 28. März 1614 wurde Georg Friedrich von Schönberg gemeinsam mit seinem Bruder Antonius am 3. Dezember 1614 mit den Rittergütern Mittelfrohna, Niederfrohna und Wolperndorf (in Thür.) belehnt.
Nach dem Tode seines Vetters, dem Oberhauptmann Caspar Rudolph von Schönberg auf Wilsdruff, übernahm Georg Friedrich 1629 das Amt des Berghauptmanns zu Freiberg und Altenberg. Während des 30jährigen Krieges wirkte er mit großer Umsicht und Treue in seinem Amt. Der Feind vernichtete im Krieg viele Gruben, ohne dadurch Vorteile zu erlangen.
Mit dem Bürgermeister Schönlebe und den Stadtkommandanten von Haubitz und von Schweinitz hatte Georg Friedrich von Schönberg Personen an seiner Seite, die sich in den Zeiten der Erstürmung der Stadt durch kaiserliche Truppen und der Verteidigung gegen zwei Belagerungen durch schwedische Armeen voll und ganz für das Wohl der Bergstadt einsetzten.
Besonders in den beiden Belagerungen der Stadt Freiberg durch die Schweden unter Baner im Jahre 1639 und Torstenson 1642/43 hat sich Georg Friedrich große Verdienste um den heimischen Bergbau erworben.
Die große Eintracht, die in der letzten Torstensonschen Belagerung zwischen dem Stadtkommandanten von Schweinitz, dem Bürgermeister Schönlebe und dem Berghauptmann von Schönberg bestand, fand ihren Niederschlag in Besatzung, Bürgerschaft und Bergleuten.
Bei dieser heldenmütigen Verteidigung der an sich nicht stark befestigten, dagegen mit großer Übermacht und Erbitterung angegriffenen Stadt hat jeder Stand redlich das Seine getan.
Der kühne Mut, die geschickte Ausnutzung der Bergmannschaft, die Leitung und rechte Verteilung derselben hat ohne Zweifel zum Siege über die Schweden beigetragen.
Der Stadtkommandant von Schweinitz, Bürgermeister Jonas Schönlebe und der Berghauptmann Georg Friedrich von Schönberg waren die Seelen des Widerstandes gegen die Schwedenbelagerungen waren.
Mit Unterstützung der Berghauptmanns Georg Friedrich von Schönberg, der Tapferkeit der Musketiere, Defensioner und Bergleute und durch den täglich bewiesenene Verteidigungswillen aller Bürger konnte die Bergstadt bis zum Eintreffen der kaiserlichen Truppen gehalten werden.
In der „Geschichte des Geschlechtes von Schönberg“ von A. FRAUSTADT (1869) heißt es u.a.: „Georg Friedrich von Schönberg war ein aufrichtiger deutscher Mann, der mit wahrhafter Frömmigkeit und Gewissenhaftigkeit seine Pflicht erfüllte und in den Zeiten der größten Gefahr durch Muth und Glaubenszuversicht die verzagten Herzen stärkte“ und „ als Berghauptmann seinem wichtigen Amte während der drangvollen Zeit des 30jährigen Krieges mit großer Umsicht und Treue vorgestanden“ hat.


Am Ende des 30jährigen Krieges besaß Georg Friedrich ein ansehnliches Vermögen und erwarb kurz vor seinem Tode in der öffentlichen Versteigerung das alte Familiengut Pfaffroda mit Hallbach, Schönfeld, Dietmannsdorf und Reickersdorf samt dem Inventar für 18000 Gulden. Er ist der Stammvater der Seitenlinie Pfaffroda und damit der Häuser Thammenhain und Niederzwönitz.
Georg Friedrich war seit dem 5. September 1620 mit Margaretha von Polentz aus dem Hause Linz in der Großenhainer Pflege, der hinterlassenen Tochter des Christoph von Polentz auf Linz, vermählt. Aus dieser Ehe gingen fünf Söhne und drei Töchter hervor. Drei Söhne verstarben im zarten Alter. Caspar und Gotthelf Friedrich überlebten den Vater. Der ältere Sohn Caspar wurde dem Vater am 7. Juni 1648 als Viceberghauptmann beigeordnet.
Erwähnenswert ist, dass Georg Friedrich von Schönberg am 5. Oktober 1637 die zweite Ehe mit Barbara von Lindenau, die Witwe des am 5. März 1632 verstorbenen Haubold von Schönberg auf Börnichen , führte, allerdings nur für kurze Zeit, denn bereits am 15. Juni 1539, wenige Wochen nach der zweiten Banerschen Belagerung der Stadt, verstarb seine zweite Frau.
Georg Friedrich von Schönberg starb am 23. Oktober 1650 in Freiberg.
Sein Sohn Caspar von Schönberg auf Mittelfrohna, Pfaffroda und Dörnthal übernahm noch 1650 das Amt als Berghauptmann, ab 1670 dann als Oberberghauptmann bis 1676.
Der Grabstein von Georg Friedrich von Schönberg befindet sich im Kreuzgang des Freiberger Domes und trägt folgende Inschrift:
"Allhier ruhet in Gott der Wohl-Edle Gestrenge vnd Vehste, George Friedrich von Schönberg vff Mittelfrohna und Limbach, Churfl. Durchlaucht zu Sachss. gewesenet wohlbestallter Bergkhauptmann, seines Alters 64 Jahr, wen. 1 Mo. vnd 4 Tag, war in Churfl. Durchl. Dienstbestallung 32 Jahr, starb seelig den 23. Okt. Ao. 1650. dem G.G. Textus: Sap. Cap. 5, v. 16. Die Gerechten werden ewiglich leben, vnd der Herr ist Ihr Lohn, vnd der Höchste sorget für sie".


Heinz Krümmer, Limbach-Oberfrohna

 

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